Vom Münchner Pfennig zum Euro
Seit 1158 übt die Münchner Münze mit ihren Erzeugnissen wesentlichen
Einfluss auf Wirtschaft, Kultur und Alltag in Bayern und darüber hinaus aus.
Entsprechend viel Erfahrung hat sich angesammelt. Unser Münzbetrieb zählt zu
den weltweit ältesten und zugleich zu einem der modernsten.
Derzeit
sind 29 Maschinen im Einsatz, darunter auch Prägepressen für die
Herstellung von Bicolor-Münzen und von Münzen und Medaillen in
Proof-Ausführung. Die modernste Maschine prägt 850 Umlaufmünzen in einer
Minute. Die tägliche Prägeleistung beträgt maximal 3,8 Millionen Stück
im Einschichtbetrieb.Seit der Währungsreform im Jahr 1948 wurden im
Bayerischen Hauptmünzamt 13,4 Milliarden Münzen im Wert von 4,75
Milliarden Mark geprägt. Die Plättchen für die Prägung der Umlauf- und
Sammlermünzen werden von Metallwerken der Bundesrepublik bezogen.
Im
Jahre 1999 wurde mit der Prägung der Euro - Erstausstattungsmenge
begonnen, gemäß Prägeschlüssel entfielen 3,57 Milliarden Stück Euro auf
das Hauptmünzamt. Zusätzlich wurden in München 11 Millionen Stück
Haushaltsmischungen (Starter Kit) hergestellt. Im Dreischichtbetrieb
konnten täglich im Mittel 7,5 Millionen Stück Euro geprägt werden. |
| |
Sequenz
zur Herstellung einer Münze
Am Beispiel der 10 Euro - Gedenkmünze "100 Jahre U-Bahn in
Deutschland" wird die Entstehung vom Gipsmodell bis zur Münze
dargestellt.
Die Gipsmodelle, eine fünffache Vergrößerung der Münze (positiv),
werden über Abgussverfahren kopiert. Der 1:1 Abguss jeder Münzseite
dient als Vorlage zur Herstellung einer auf 1/5 reduzierten Urpatrize
(positiv). Durch Umsenkvorgänge erhält man über die Urmatrize (negativ)
die Arbeitspatrize (positiv) schließlich die Prägestempel. Die
Prägestempel sind die zur Herstellung der Münze relevanten Werkzeuge. |
| |
Produkte
und Auszeichnungen
Im Bayerischen Hauptmünzamt wurden 21 Prozent der Umlaufmünzen
Deutschlands von 1 Pfennig bis zu 5 Mark und reihum mit den anderen vier
Münzstätten die 10-DM-Gedenkmünzen der Bundesrepublik geprägt. Daneben
wurden in den letzten Jahren auch Münzen für ausländische Staaten,
besonders aus dem lateinamerikanischen, afrikanischen und asiatischen
Raum, hergestellt.
Prägungen des Bayerischen Hauptmünzamts erhalten immer wieder Preise
und Auszeichnungen. Besondere Ehrung erhielten wir vom Nationalen und
Internationalen Olympischen Komitee für die Herstellung der
Siegermedaillen in Gold, Silber und Bronze für die XX. Olympischen
Spiele 1972 in München
Beim Bundeswettbewerb 1988-1989 "Industrie, Handel und Handwerk im
Städtebau" wurde die zukunftweisende Industriebaukultur des
Hauptmünzamts gewürdigt und als Auszeichnung eine Bronzeplakette
verliehen. |
|
 |
 |